Symposium für nukleare Abrüstung - Weltweiter Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit - Deutschland
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Symposium für nukleare Abrüstung

Symposium für nukleare Abrüstung

„20 Jahre Mauerfall – 20 Jahre leere Versprechen:
Kriege beenden – Atomwaffen abschaffen“

Als Teil des Weltweiten Marsches für Frieden und Gewaltfreiheit fand am 6. November 2009 in Berlin ein Symposium für nukleare Abrüstung statt. Veranstaltungsort war die Humboldt-Universität zu Berlin, Veranstalter Welt ohne Krieg e.V.

Im Wesentlichen ging es um drei Themen:

  • den Vergleich zwischen der öffentlichen Wahrnehmung der atomaren Gefahr während des Kalten Krieges und heute
  • und die Gefahr der Anwendung von Nuklearwaffen durch terroristische Gruppen
  • die Weiterentwicklung der Waffensysteme.

Das Symposium war prominent besetzt: Die Mitglieder des Bundestages Hans-Christian Ströbele, Die Grünen und Wolfgang Gehrcke, Die LINKE; Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos und Mitglied im Parteivor- stand der SPD, dazu aus der Friedensbewegung Ottfried Nassauer (BITS) und Marion Küpker (DFG-VK); schließlich Abdullah Wagishauser, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Hot discussions "ending wars - banning nukes" (M. Küpker, W. Gehrcke, H-C. Ströbele, F. Drohsel, O. Nassauer. M. Steinbach)<br />
Photo: Caroline SchenckHot discussions "ending wars – banning nukes" (M. Küpker, W. Gehrcke, H-C. Ströbele, F. Drohsel, O. Nassauer. M. Steinbach)
Photo: Caroline Schenck
Hot discussions "ending wars – banning nukes" (M. Küpker, W. Gehrcke, H-C. Ströbele, F. Drohsel, O. Nassauer. M. Steinbach)
Photo: Caroline Schenck

Übereinstimmung herrschte unter den Teilnehmern bei der Rückschau auf die Hoffnungen nach dem Mauerfall: Vor 20 Jahren erschien es so, als ob die Welt automatisch in eine Etappe des Friedens eintreten würde. Es wurde sogar die Auflösung der NATO als Reaktion auf die Auflösung des Warschauer Paktes erwartet, wie Otfried Nassauer erinnerte.

Die Beurteilung der Bedrohung durch terroristische Gruppen war schwieriger. Dazu wies Hans-Christian Ströbele auf die Schwierigkeit einer objektiven Einschätzung diesbezüglich hin, da die zur Verfügung stehenden Informationen nicht frei von Manipulationen seien.
Wolfgang Gehrcke forderte gemeinsame Anstrengungen aller Kriegsgegner für den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
Franziska Drohsel, mit 29 Jahren die Jüngste auf dem Podium, betonte, dass ihre Generation schon mit Kriegen aufgewachsen und daran „gewöhnt“ sei, dass auch die Bundeswehr weltweit agiert. Für viele junge Leute sei dies der „Normalzustand“.
Aber nicht nur ein möglicher Einsatz von Atomwaffen war Thema, sondern auch die tatsächlich seit dem Kosovo-Krieg 1999 angewendete Uran-Munition, deren Strahlung unabsehbare Folgen hinterlässt. Besonders die fehlende öffentliche Aufklärung über dieses Thema wurde von Marion Küpker von der DFG-VK kritisiert.

Als Bundesvorsitzender der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde plädierte Abdullah Wagishauser für eine globale Friedensbewegung, die auch die gewaltfreien Gruppen und Verbände der muslimischen Welt mit einbezieht. Nicht zuletzt aufgrund der Teilnehmer, die meisten von ihnen selbst seit Jahrzehnten in der Friedensbewegung aktiv, fand eine umfassende Bestandsaufnahme statt. Übereinstimmend wurde geäußert, dass es gerade jetzt sehr wichtig sei, die Aktivitäten für Abrüstung und Frieden zu verstärken, auch und gerade weil das Bewusstsein der Öffentlichkeit über die Bedeutung nicht hinreichend besteht.

Michael Steinbach
Welt ohne Kriege e.V., Deutschland
Foto: © Caroline Schenck



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